Greifvögel über dem Bietigheimer Viadukt mit Aurain-Realschülern

Im Rahmen des BNT-Unterrichts hatten die Sechtsklässler der Realschule im Aurain die einmalige Gelegenheit, eine Flugschau der besonderen Art zu erleben – und das direkt an der Enz am heimatlichen Viadukt. Hierbei sollten die Schüler die oft unterschätzte Wichtigkeit des Artenschutzes von Greifvögeln verstehen und begreifen.  

Nach einer theoretischen Einführung über Greifvögel und deren Lebensart kürte Wolfgang Weller, Falkner von der Burg Hohen-Neuffen, bereits nach wenigen Minuten eine stolze Schülerin aus Ingersheim zur „Prinzessin von Ingersheim“. Diese wurde mit mittelalterlicher Kleidung und einer Falknertasche, bestehend aus einem Federspiel und einer Langfessel, ausgestattet. Und dann war es endlich soweit: Die eindrucksvolle Flugschau konnte beginnen und das Staunen nahm kein Ende. 

Hoher Lerneffekt vor Ort  

Wie Greifvogelarten ihre Beute fangen und welche Flug- und Verhaltensweisen sie an den Tag legen, wurden hoch über dem Bietigheimer Viadukt demonstriert. In einer alters- und niveaugerechten Weise gelang es Falkner Weller, die Schüler in die Welt der Greifvogelarten mitzunehmen.  „Es ist wichtig und gut, Greifvögel im Unterricht zu behandeln. Aber das reale Erlebnis vor Ort, wo gerade junge Menschen live erleben können, wie Greifvögel arbeiten und fliegen, ist natürlich eine ganz andere Hausnummer“, sagte Falkner Weller. Und das fördere wiederum das Bewusstsein, mehr Verständnis für den Schutz von Greifvögeln zu entwickeln.  

Ein Highlight war die vom Falkner initiierte Bildung eines Waldes: Die Schüler positionierten sich an unterschiedlichen Stellen und bildeten dadurch eine Art Wald, ehe der Eulenvogel beeindruckend dicht an den Kindern vorbeiflog. Der Jagdflug der Greifvögel setzte die Beobachter ebenfalls in Erstaunen. „Sowas gehört in der freien Natur zur Tagesordnung“, sagte Falkner Welle in sein Mikrofon, der das geschickte Handwerkszeug der Falknerei wie kaum ein anderer beherrscht.  

Auch das bei Schülern und Lehrern atemstockende Spektakel mit Wüstenbussard Harry wurde den Auranern nicht vorenthalten. So zeigte Harry, wie er sich mit seinen kräftigen Greifkrallen im Sturzflug präzise auf das geschwungene Federspiel des Falkners stürzte.  

Im Endeffekt gelang es Falkner Weller, dessen große Leidenschaft die Falkenzucht ist, eine starke Faszination der Greifvögel auf alle Beteiligten auszuüben und insbesondere den Schülern eine wertvolle Botschaft zu vermitteln: Der Artenschutz von Greifvögeln ist unbedingt notwendig, damit die Nachhaltigkeit des Naturhaushalts gesichert werden kann.  Er wies darauf hin, dass man sich in der Natur dementsprechend verhalten solle, um diese Tiere beispielsweise beim Brüten nicht zu stören. „Das sollte man wissen, denn es handelt sich um Wildtiere, die nicht an Menschen gewöhnt sind.“ 

An dieser Stelle gebührt Falkner Weller, dem Ordnungsamt, dem Bauhof der Stadt Bietigheim-Bissingen und dem Freundeskreises der Realschule im Aurain ein besonderer Dank, die dieses unvergessliche Erlebnis für die Aurain-Realschüler möglich gemacht haben.